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Verbundenheit in der Krise

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von Traute Müller, veröffentlicht am 22. April 2020

Der Corona-Pandemie hat Wirtschaft und Gesellschaft weltweit in eine tiefgreifende Krise gestürzt. Auch in unserem Geschäftsfeld mussten wir uns – wie unsere Kunden – in kürzester Zeit auf eine völlige veränderte Realität einstellen. Wie man damit umgehen kann – Impressionen und Gedanken aus Gesprächen mit unseren Kunden: „Über Nacht sind wir digital geworden“ – dieser Satz einer Personalleiterin in einer Videokonferenz zur aktuellen Lage beschreibt die Situation einiger unserer Kunden sehr treffend.  

Die Herausforderungen für die Unternehmen sind – trotz aller Unterschiede – extrem groß. Auch Führungskräfte mit langer Berufserfahrung haben eine solche Krise mit diesen radikalen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Herausforderungen noch nie erlebt. Eine Prüfung für uns alle.

Das gilt auch für relations. Fest vereinbarte Veranstaltungen fallen ganz aus oder werden verschoben. Unsere Reserven für schlechtere Auftragslagen schmelzen dahin. Auch wir nehmen Kurzarbeitergeld in Anspruch. Wir profitieren davon, dass es Kolleginnen und Kollegen gibt, die sich bereits sehr frühzeitig mit Videokonferenzen und Webinars vertraut gemacht haben. Und alle Teammitglieder lernen mit.  Wir entwickeln unsere Angebote weiter. Die persönliche Begegnung wird für relations weiter wichtig sein, sie wird zunehmend mit digitalen Angeboten verbunden werden.    

In dieser Zeit gibt es auch gute neue Erfahrungen. Stabile und vertrauensvolle Kundenbeziehungen bewähren sich. Wir sind mit unserem Kunden im guten Kontakt. Wir freuen uns über Erfolge, die dennoch erzielt werden –

  • wenn es z.B. einer sozialen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen gelingt, sehr frühzeitig eine große Anzahl FFP2-Masken für Ihre Mitarbeitenden zu besorgen,
  • wenn die Zusammenarbeit mit Betriebs- und Personalräten in dieser Zeit schnell und ohne Formalitäten möglich ist,
  • wenn die Partner schon jetzt das Modell Homeoffice auswerten, um daraus Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen,
  • wenn es gelingt, nicht ausgelastete Mitarbeitende in Bereiche zu senden, die gerade einen großen Bedarf haben,
  • wenn Unternehmen umsteuern und nun Schutzausrüstungen herstellen oder andere Unternehmen mit erfahrenen Mitarbeitern unterstützen.

Wir freuen uns auch über die Bereitschaft unserer Kunden zu experimentieren, z.B. Seminare und Kollegiale Beratung auch in Form von Videokonferenzen durchzuführen.   

Wir alle sind grundlegend gefordert, unternehmerisch und menschlich zu handeln und neue Wege zu gehen. Es gibt kreative Ideen, mit der Krise umzugehen. Es ist die Fähigkeit gefragt, Spannungen auszuhalten. Sachverhalte sind heute nicht eindeutig einzuschätzen. Umso wichtiger ist die Kommunikation untereinander.

Die Krise trifft unsere Kunden sehr unterschiedlich ­– von Kurzarbeit für die komplette Belegschaft bis hin zur Überlastung in öffentlichen, medizinischen und sozialen Einrichtungen.  Insofern können die Möglichkeiten und die Ressourcen, neue Wege zu gehen, in dieser Zeit nicht gleich sein.

In Verbindung zu bleiben trotz Kurzarbeit oder Überlast ist dennoch wichtig. Wir nehmen die Bereitschaft unserer Kunden wahr, mit Videokonferenzen oder Telefonkonferenzen den Kontakt zu halten.  Und wir ermutigen, dafür geeignete Formen zu finden. 

Der Kontakt mit digitalen Formaten soll nicht überhöht werden, denn das Bedürfnis nach direkter Begegnung ist groß und wird es auch bleiben. Das zeigt uns diese Zeit auch. Und zugleich ist es eine Freude zu sehen, wenn die erste Besprechung von Homeoffice zu Homeoffice geklappt hat. Alle merken, es ist gar nicht so schwer, und manche Besprechung wird künftig online stattfinden. Das erspart Zeit und ist auch ressourcenschonend. Es entwickeln sich neue Routinen, die bleiben werden.  

Gesellschaftlich sehen wir jetzt, dass die Diskussion über die Schritte in eine „neue Normalität“ wieder zunimmt. Wir können auch sehen, dass Unternehmen und Organisationen sich Gedanken machen, wie unter Beachtung von „Social Distancing“ wieder mehr wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivität möglich ist.

Wir leben in einer Zeit, in der erstmalig alle übereinstimmend sagen, dass nicht genug Wissen vorhanden ist. Das ist eine neue Qualität – gemeinsames Lernen und Feedback-Prozesse spielen eine große Rolle für die Sicherung unserer Gesundheit und das wirtschaftliche Leben. Gefragt sind wir alle als Bürgerinnen und Bürger – gefragt sind aber auch alle Unternehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es werden Prozesse gebraucht, bei denen die Mitarbeitenden in die Krisenbewältigung einbezogen werden. Nicht allein der technologische Wandel, sondern vor allem auch die Fähigkeit, kreative Potenziale zu wecken und zu unterstützen, ist gefragt. Unseren Kunden dabei zur Seite zu stehen ist das, was wir auch und gerade in diesen besonderen Zeiten im Kern tun. Diese Prozesse entstehen nicht von selbst und nicht als Einzelleistung – sondern sie entstehen im Dialog. Bleiben wir in Verbindung.